Für mich gibt es keine bessere Methode sich zu verändern, als mit einer Rückschau zu starten. Fortschritt = Schmerz + Reflektion. Also habe ich mir angeschaut was 2020 für mich so alles bereit gehalten hat. Das Ergebnis für mich – so viel kann ich schon sagen – ist, dass 2020 das beste Jahr meines Lebens war. Ja wirklich! Trotz Corona. Warum erfährst Du weiter unten.

1. Es geht auch ohne Reisen

Ich bin jemand der Herzklabaster bekommt, wenn im aktuellen Urlaub die nächste Reise noch nicht gebucht ist. Dementsprechend ernüchternd und mit einem unguten Gefühl bin ich in die Corona-Krise gestartet. Bali stand eigentlich auf der Liste dieses Jahr. Ersatzlos gestrichen. Ich bin dieses Jahr nicht gereist, abgesehen von ein paar kleineren kurzen Ausflügen in Deutschland oder nach Holland. Und siehe da, es hat auch ohne große Reise funktioniert. Denn ehrlicherweise musste ich feststellen, dass mein unbändiger Wunsch nach Reisen und Urlaub vielmehr eine Flucht für mich ist.

Ich habe dieses Jahr für mich beschlossen, dass ich nicht mehr aus meinem Leben und meinem Alltag flüchten will, sondern mir ein Leben gestalte, aus welchem ich gar keinen Grund mehr habe zu flüchten! Frag Dich selbst mal, welchen Ursprung hat der Schmerz wirklich bei Dir, dass Du dieses Jahr nicht so reisen konntest wie Du es gerne getan hättest? Vielleicht steckt dahinter einer erhellende Erkenntnis!

Auch mein Reisen werde ich wohl in 2021 grundlegend überdenken und verändern. Dazu aber mehr zu gegebener Zeit.

2. Schmerz ist mein größter Freund geworden

Vielleicht eine der größten Erkenntnisse für mich dieses Jahr. 2020 war von unglaublich viel Schmerz für mich geprägt. Nicht zwangsläufig neuer Schmerz, aber alter der wieder hoch gekommen ist. Die Zeit, die uns zu Hause durch Lockdowns geschenkt wurde habe ich sehr intensiv genutzt, um mich mit mir selbst zu beschäftigen. Zu hinterfragen. Dabei sind viele bisher noch unverarbeitete Traumas und Schmerzen aus meiner Kindheit und Jugend hochgekommen und ich durfte lernen, es zu akzeptieren und loszulassen. Insofern war 2020 für mich auch sehr befreiend. Ich habe mehr denn je gelernt, meinen Schmerz ernst zu nehmen, ihn nicht wegzuschieben sondern zu erlauben, dass er gefühlt werden darf und das er nicht da ist mir weh zu tun, sondern dass er mir zeigt wo ich wachsen kann. Die prägendste Erfahrung war sicherlich meine Session mit Jil, in der sie mich zu meinem traumatischsten Moment meiner Jugend zurückgeführt hat und mir dadurch ermöglicht hat diesen Schmerz einfach loszulassen.

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3. Glück ist eine Überwindungsprämie

Wenn ich wirklich eins in diesem Jahr gelernt habe, dann dass ich für mein Glück selbst verantwortlich bin. Es kommt nicht einfach vorbei indem man darauf wartet, dass alles besser wird. Glück entsteht, wenn man sich aufrafft etwas dafür zu tun. Wenn man sich überwinden muss Neues auszuprobieren, altes loszulassen und auch mal kämpfen muss weiter zu machen. Am Ende gibt es dafür eine Prämie in Form von Glück.

Ich habe für mich dieses Jahr Glück vor allem in der Natur gefunden. Bereits im ersten Lockdown habe ich tägliche Spaziergänge gemacht für mind. 1h. Ich war davor nie der große “Spaziergänger”, das war für mich erst eine Überwindung, wirklich jeden Tag mir 1h Zeit zu nehmen in der Natur und mit mir selbst zu sein. Mittlerweile kann ich kaum noch ohne. Wenn ich nicht mindestens 3-4x die Woche rauskomme werde ich richtig hibbelig und knatschig. Es bringt mich runter und hilft mir meine Gedanken zu sortieren. Danach habe ich immer mehr Energie als vorher. Und das ist definitiv ein Glücksgefühl!

4. Eine neue Definition für Liebe

Okay, big big topic in 2020. Liebe. Wo soll ich anfangen. Nach so einigen turbulenten Ereignissen 2019 und auch 2020 musste ich mich einfach fragen, was ist es eigentlich was ich mir wünsche in meinen Beziehungen, zu Freunden und zur Partnerin. Die Wahrheit ist, auch ich habe viel zu lange in einer Denkweise verharrt, dass mir eine Partnerschaft ganz viel Glück bringen wird und viele Probleme löst. Ich habe immer etwas daraus erwartet ohne mich mal zu fragen, ob ich das auch selber einbringen kann was ich mir da so vorstelle. Also auch hier habe ich wieder bei mir selbst angefangen und habe dieses Jahr mein Bild was ich von Liebe hatte komplett über den Haufen geworfen. Ich erwarte nicht mehr, dass es mir etwas bestimmtes geben muss. Im Gegenteil lege ich die Liebe die ich selbst im Stande bin zu geben, auf das Fundament von Dankbarkeit für mich selbst. Ich danke mir selbst dafür, dass ich geben kann weil ich meinen Wert darüber definiere, wie ich Liebe ausdrücken kann und auch wie ich fähig bin zu lieben. Und ich gebe so wie ich selbst empfangen möchte. Und das hat im wahrsten Sinne des Wortes alles verändert. Es sind unglaublich tolle neue Menschen dieses Jahr in mein Leben gekommen, die genau das schätzen und von denen ich ohne es zu erwarten oder zu suchen auf einmal genau das zurück bekomme, was ich vorher immer verzweifelt gesucht habe. Und auch meine bestehenden Freundschaften haben sich verändert. Mir hat eine Freundin dieses Jahr erzählt, dass es bei ihr irgendwann Klick gemacht hat in Bezug auf mich und sie jetzt verstanden hat, dass ich einfach entschieden habe, dass ich das gebe was ich gebe ohne Hintergedanken oder Erwartungen (Sie hat glaube ich kurz gedacht ich wäre in sie verliebt 🤭). Wir führen jetzt eine viel bewusstere und erfüllendere Freundschaft.

5. Klarheit macht Dich zum Superhelden

Ich habe dieses Jahr Klarheit für mich geschaffen. In allen Lebensbereichen. Und die Kraft die das ausgelöst hat spüre ich noch immer nach Monaten. Ich weiß was mein großes Ziel im Leben ist und ich weiß auch was ich tun muss um genau da hin zu kommen. Das verändert nun jede Entscheidung die ich treffe. Ich weiß gegen was ich eine Entscheidung challengen muss: “Bringt mich das da hin wo ich hin will?”. Viel zu lange war ich wie fremdgesteuert und habe Entscheidungen vor allem auf der Basis getroffen, wie Eltern, Freunde oder Gesellschaft Ideal denken würden. Schlicht und ergreifend, weil mir meine eigenen Antworten gefehlt haben. Ein Resultat dieser neuen Klarheit war die Coaching Ausbildung, die ich dieses Jahr erfolgreich beendet habe.

Und fuck, Klarheit schaffen ist einfacher als gedacht. Das Problem ist, dass Klarheit tatsächlich zu großen Entscheidungen zwingt und die meisten Menschen haben so viel Angst vor der Ungewissheit der Konsequenzen, dass sie sich lieber gar nicht soweit mit sich selbst beschäftigen wollen. Das Leben ist ja schon ok so. Ich will kein Leben mehr führen, dass einfach OK ist. Ich will ein geiles, erfüllendes Leben führen auf das ich jeden Tag Bock habe. Und genau daran arbeite ich jetzt Tag für Tag weil ich mein Ziel kenne und weiß, dass hinter meiner Angst ganz viel Freiheit und Glück liegt. Das ist echt ein Superhelden-Feeling.


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6. Coaching ist meine Berufung

Ich hatte ja schon erzählt, dass ich dieses Jahr maximale Klarheit für mich geschaffen habe. Eine Sache die ich dabei rausgefunden habe ist, dass Coaching meine Berufung ist. Ich habe schon viel gemacht und das Meer der Möglichkeiten ist schier unendlich. Und ich war mir nie wirklich sicher: Soll ich genau das jetzt machen? Oder lieber das? Es hat sich nie so angefühlt, als wäre es DAS Ding. Auch wenn ich gut darin war/bin. Der Funke an Erfüllung ist bisher nie wirklich übergesprungen. Deswegen bin ich umso glücklicher, dass ich sagen kann mit Coaching tatsächlich etwas gefunden zu haben, was mir eine tiefe Erfüllung bereitet. Nichts passt besser zu mir wie das, weil es de-facto eine Tätigkeit ist, die sich um mein Leben baut. Bisher habe ich mein Leben immer um meinen Job ausgerichtet. Und das löst eine Menge Probleme für mich!

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7. Corona war ein Segen für mich

Ich kam Ende 2019 aus einer ziemlichen tiefen Sinnkrise. Anfang März dachte ich noch, ich wäre da raus. Falsch gedacht. Dann kam Corona. Und schon wieder wurde ich mit mir selbst konfrontiert. Das kam gerade recht wie ich später feststellen durfte, denn ich hatte noch längst nicht alles überwunden und verarbeitet. Corona hat es mir so mehr oder weniger ermöglicht noch tiefer mit mir zu gehen und meinen Scheiß wirklich mal aufzuräumen. Ich habe dieses Jahr so unglaublich viele Themen aufgelöst und geheilt, dass ich es selbst kaum glaube. In 2020 habe ich mehr Fortschritt für mich gemacht, als in allen 5 Jahren zusammen davor. Insofern kann ich auch mit absoluter Gewissheit behaupten, 2020 war definitiv das beste Jahr meines Lebens!

Wie war Dein Jahr 2020 so und vor allem was hast Du POSITIVES mitgenommen? Schreibs mir in die Kommentare 🙂

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