Den “inneren Kritiker” kennen wir vermutlich alle sehr gut. Meistens begegnet er uns mit folgenden Sätzen:

  • “Ich kann das nicht”
  • “Ich bin nicht liebenswert”
  • “Ich schaffe das nicht”
  • “Ich bin nicht intelligent genug”

Und manchmal ist dieser innere Kritiker so laut und so dominant, dass er uns gefährlich werden kann. Er führt dann dazu, dass wir uns selbst sabotieren und hält uns von den Dingen ab, die wir eigentlich so sehr tun oder sagen wollen. Er verletzt unseren Selbstwert und wir glauben dann tatsächlich, dass wir unfähig sind, nicht liebenswert sind und sowieso nichts können.

Wenn Dir das bekannt vor kommt, dann bleib unbedingt dran. Ich zeige Dir nämlich eine geniale Methode, mit der Du den inneren Kritiker zum Schweigen bringen kannst!

Mein innerer Kritiker und seine brutalen Auswirkungen

Bei mir hat der innere Kritiker dazu geführt, dass ich im Alter von nur 14 Jahren geglaubt habe, dass ich hässlich, schüchtern, unfähig, nutzlos und wertlos bin. Damals war vor allem mein Umfeld daran Schuld, dass ich so dachte. Aber diese Überzeugungen haben sich so fest in mein Gehirn gebrannt, dass ich auch nach dem Wechsel des Umfelds, Umzügen und Jahre später als Erwachsener Mann, immer noch fest von diesen Tatsachen überzeugt war. 

Die Auswirkungen waren brutal: Es hat dafür gesorgt, dass ich nicht fähig war gesunde Freundschaften oder Beziehungen zu führen. Es hat dazu geführt, dass ich mich konstant unter Wert verkauft habe. Und weil ich immer grundsätzlich vom Schlimmsten in Menschen ausgegangen bin, hat es mir privat wie auch beruflich unheimliche Steine in den Weg gelegt.

Erst mit 24 Jahren habe ich angefangen meinem inneren Kritiker den Kampf anzusagen. Und es hat lange genug gedauert um meine über 10 Jahre eingebrannten falschen Überzeugungen abzulegen. Und ich kann Dir gleich sagen, ohne Anstrengung wirst Du Deinen inneren Kritiker nicht zum Schweigen bringen können. Wenn Du nicht bereit bist auch ein bisschen aus der Komfort-Zone zu kommen, um Deine Selbst-Sabotage zu beenden, dann solltest Du nicht weiterlesen!

Der innere Kritiker will Dir helfen!

Okay, das klingt jetzt vermutlich komisch, oder? Der innere Kritiker in uns existiert aber zu einem bestimmten Zweck. Kein Gedanke, kein Verhalten von uns existiert ohne höheren Sinn. Was also sollte der innere Kritiker für einen Sinn machen?

In den meisten Fällen entsteht der innere Kritiker in Deiner Kindheit. Als Kind hattest Du noch keine Ahnung vom Leben und wusstest nicht was richtig oder falsch ist. Deine Eltern mussten also die Aufgabe übernehmen, dich zu warnen, wenn etwas gefährlich war. Oder mussten Ratschläge geben, wenn Du Fehler gemacht hast. Mussten auch mal schimpfen, wenn Du Blödsinn gemacht hast. Kurz gesagt: Dich ziemlich oft ermahnen, korrigieren und belehren. All das haben sie getan um Dich zu beschützen und zu einem tollen Menschen zu erziehen.

Als Kind fandest du das allerdings ziemlich doof. Du wolltest viel lieber gelobt und freundlich behandelt werden. Außerdem hattest du Angst, ihre Liebe und Anerkennung zu verlieren, wenn du dich ständig „falsch“ verhältst… Deswegen hast du angefangen, dich innerlich SELBST zu ermahnen oder zu beschimpfen. Du hast dich SELBST kritisiert, um deinen Eltern zuvor zu kommen.

So wurdest du nach und nach zu einem Kind, das sich immer öfter „richtig“ verhalten hat. Der innere Kritiker hatte für dich als Kind also einen Sinn – er hat dich vor Strafen, Tadel und Gefahren beschützt.

In meinem Fall war es mehr das Umfeld, was mich hat glauben lassen, dass ich nichts kann und dieses Denken habe ich übernommen. Versuch mal bei Dir jetzt in diesem Moment wo Du das liest nachzuforschen, woher Dein innerer Kritiker eigentlich kommen könnte?

Wie Du den inneren Kritiker zum Schweigen bringen kannst

1. Mach einen “Reality Check”

Stell Dir beim nächsten mal, wenn der innere Kritiker wieder laut wird folgende Fragen:

Welche tatsächlichen, echten Fakten gibt es, die dafür und dagegen sprechen, dass das was der innere Kritiker mir sagt, wirklich der Wahrheit entspricht?

Beruhen diese Gedanken wirklich auf echten Fakten, die belegbar sind, oder eher auf Gefühlen und Annahmen?

In den allermeisten Fällen ist der innere Kritiker nämlich nichts anderes als Schwarzmalerei. Es sind überspitzte Gedanken, die sich auf Gefühlen einer vielleicht kürzlich zurückliegenden Erfahrung bedienen. Schau aber genau hin! Mit allem was Du bisher in Deinem Leben erreicht hast. Bist Du wirklich unfähig, kannst Du wirklich gar nichts, liebt Dich wirklich niemand? Die tatsächliche “Faktenlage” sieht meist gar nicht so übel aus, wie der innere Kritiker es Dir weißmachen will. Damit überführst Du sozusagen den inneren Kritiker beim Lügen.

Trete mit den wirklich Fakten deinem inneren Kritiker entgegen und ersetze aus Deiner neuen Erkenntnis den Gedanken durch den tatsächlichen Fakt. Also sagst Du Dir dann zum Beispiel:

“Ich habe doch schon X und Y und Z in meinem Leben geschafft, da werde ich das auch schaffen!”

“Bisher konnte ich immer aus jeder Herausforderung im Leben größer herauskommen. Dann wird das jetzt auch der Fall sein!”

Ersetze den inneren Kritiker mit der Wahrheit!

2. Führe eine Beweissicherung

Manchmal ist der innere Kritiker so stark, dass er unser rationales Denken überlistet und man partout keine Gegenbeispiele zu den Gedanken findet. Der effektivste Weg, seinen inneren Kritiker dann zu überführen, ist das Schreiben eines Erfolgstagebuchs.

Nimm Dir jeden Tag Abends 5-10 Minuten Zeit und schreibe in kurzen Stichworten auf, welche kleinen und Kleinst-Erfolge Du an diesem Tag hattest. Das kann auch sein, dass Du einfach nur den Müll rausgebracht hast oder die Aufgaben, die Du Dir vorgenommen hast, erledigt hast. Schreib all diese Dinge auf. Beim nächsten Mal, wenn sich der innere Kritiker wieder zu Wort meldet, kannst Du ihm Deine dokumentierten Erfolge entgegenhalten und machst ihn damit sofort Mundtot.

Das funktioniert übrigens nicht nur mit Erfolgen, sondern mit allem anderen was Du “Dokumentieren” kannst. Ich benutze ein ähnliches System beispielsweise mit meinen besten Freunden. Wir kennen das alle, dass Menschen in bestimmten Situationen uns enttäuschen, weil sie etwas absagen, oder sich wiedererwarten nicht mehr melden oder sich auch falsch Verhalten.

Mit meinen engsten Freunden habe ich handschriftliche Briefe ausgetauscht, in welchen wir uns gegenseitig unser Warum füreinander erklärt haben. Was wir am anderen so schätzen und welchen Stellenwert er in unserem Leben einnimmt. Wann immer ich negative Gefühle gegenüber einem meiner Freunde verspüre, nehme ich den Brief und lese ihn und mache mir bewusst, dass nur weil er oder sie einmal etwas falsch gemacht hat, er oder sie dadurch nicht gleichzeitig zu einem schlechten Menschen wird.

Überlege mal, wo Du durch das Schaffen von “Beweisen” in Deinem Leben ein Arsenal von Waffen gegen Deinen inneren Kritiker aufbauen kannst?

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3. Werde Deine Pseudo-Freundschaften los

Dies mag nicht auf jeden zutreffen, aber ich denke auch das wird jeder irgendwie kennen. Manchmal haben wir Menschen in unserem Leben, die immer Zweifel und Bedenken haben, die versuchen Dir alles auszureden was Du machen möchtest und die eben das Zweifeln in uns selbst nur noch weiter anheizen. “Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen Du am meisten Zeit verbringst” propagiert Motivationstrainer Jim Rohn. Wenn Du solche Menschen in Deinem engen Umfeld hast, dann solltest Du hinterfragen, ob diese Menschen Dir wirklich gut tun, oder ob sie Dich eigentlich nur davon abhalten, die Dinge zu tun, die Du eigentlich tun willst.

Und versteh mich nicht falsch! Kritik ist wichtig. Aber wenn die geäußerte Kritik chronisch ist und nicht konstruktiv geäußert wird, dann wird das zum Problem. Deswegen ist es unheimlich wichtig, dass Du Dir ein Umfeld von Unterstützern suchst und aufbaust. Menschen die Dich ermutigen und an Dich glauben.

Also schau jetzt mal in Dein Umfeld und mal Dir ein kleines Bild aller Deiner Freunde, Bekannten, Partner und Familie mit Dir in der Mitte. Zeichne die Nähe zu den Personen durch den Abstand zu Dir ein und verbinde Euch dann mit Linien in verschiedenen Farben. Eine rote Linie zeichnest Du zu allen Personen ein, wo Du das Gefühl hast, dass sie Dir eigentlich nicht gut tun oder wo ein negatives Gefühl überwiegt. Eine grüne Linie zeichnest Du für alle Personen ein, mit denen es sich toll anfühlt und wo Du vielleicht die Verbindung auch noch vertiefen möchtest. Bei den Personen wo Du unsicher bist zeichnest Du eine blaue Linie ein.

So hast Du sofort im Blick, von welchen Menschen Du Dich möglicherweise lieber distanzieren solltest. Auch wenn da vielleicht Deine Eltern oder sogar Dein Partner rot erscheinen. Dein Umfeld ist eins der stärksten Werkzeuge für oder gegen Dich. Vergiss das nie.

4. Zieh mindestens 30 Tage durch

Das Gehirn braucht 25-30 Tage um neue Verhaltensweisen und Denkmuster zu einer Gewohnheit werden zu lassen. Du musst also vor allem mit den ersten zwei Punkten (Reality Check und Beweissicherung) echt konstant am Ball bleiben, damit Du eine nachhaltige Veränderung bewirken kannst. Also führe am besten täglich Deine Beweissicherung und jedes Mal, wenn der innere Kritiker sich meldet, hältst Du ihm den Reality Check entgegen.

Jedes Mal wird es einfacher und verbraucht weniger Energie. Bis dann nach 25-30 Tagen dieser neue Umgang eine Gewohnheit geworden ist und es sich auf einmal ohne Mühe verselbstständigt. Wenn Du abends aufschreckst weil Du merkst, dass Du Dein Erfolgstagebuch vergessen hast, weißt Du, dass Du eine neue Gewohnheit etabliert hast

Jetzt bist Du dran!

Also jetzt bist Du dran! Sage Deinem inneren Kritiker den Kampf an und zieh mindestens 30 Tage durch damit. Ich verspreche Dir, wenn Du das schaffst und wirklich dran bleibst, wirst Du ein ganz neues Gefühl Dir gegenüber verspüren.

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