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Warum ich so arbeite

Ich habe zwölf Jahre gebraucht, um zu begreifen,dass Verstehen allein nichts verändert.

Diese Seite erzählt nicht meinen Lebenslauf. Sie ist für Menschen, die nach außen funktionieren und innerlich den Kontakt zu sich verlieren — und sie erzählt, welche Reise ich gegangen bin, um da wieder herauszufinden.

Erik Rulands, DüsseldorfErik Rulands · Düsseldorf
I
Dazugehören war für mich nie sicher

Dazugehören war nie etwas, das ich einfach hatte. Ich musste es mir verdienen.

Mit vierzehn wurde die Schule zu dem Ort, an dem ich lernte, wer ich zu sein hatte. Schwere Mobbingerfahrungen prägten mich in dieser Zeit — so umfassend, dass die halbe Schule meinen Namen kannte. Um irgendwie durchzukommen, musste ich mich anpassen: Ich wurde zum Klassenclown, spielte Rollen, lies andere meine Hausaufgaben abschreiben. Wer sich Ruhe erkaufen muss, wird darin erfinderisch.

Ich zog mich zunehmend zurück — in mein Zimmer, vor den Bildschirm, in mich. Und was blieb, war ein Gefühl, das mich lange begleitet hat: dass ich irgendwie anders bin. Das ich nicht dazugehöre. Ein bisschen wie ein Fremder im eigenen Leben.

Also lernte ich früh, mir meinen Platz zu verdienen — mit Angepasstheit, mit Hilfsbereitschaft, damit, dass ich für andere da war. Anerkennung gegen Ruhe. Das war der Deal, den ich mit der Welt schloss, lange bevor ich ihn benennen konnte.

II
Die Rüstung, die funktioniert hat

Irgendwann wurde aus dem Schutz eine Strategie. Und die Strategie hieß: funktionieren und anpassen.

Wer sich seinen Platz verdienen muss, wird gut darin. Ich wurde der, der versteht. Der, der hilft. Der, der alles allein trägt und nie zur Last fällt. Von außen sah das nach Stärke aus. Von innen war es Kompensation — ich holte mir über Leistung die Anerkennung, die woanders gefehlt hat.

In meiner Zeit als Unternehmensberater ging diese Strategie zum ersten Mal wirklich auf. Teils achtzig-Stunden-Wochen, wenig Privatleben, aber endlich das, wonach ich mein Leben lang gesucht hatte: Anerkennung. Ich hatte eine Rüstung gebaut, die funktionierte. Und je besser sie funktionierte, desto weiter entfernte ich mich von mir selbst.

Das Verrückte ist: Ich hätte dir damals jederzeit erklären können, warum ich so ticke. Ich hatte die Sprache dafür. Und die Selbstreflektion. Ich hatte nur keinen echten emotionalen Zugang zu dem, was darunter wirklich los war.

III
Der Morgen danach

Zusammengebrochen bin ich nie.Der Aufprall kam als Stille.

Ich habe nicht gemerkt, dass ich am Limit war. Ich merkte nur: Dieser Job fühlt sich schon lange nicht mehr richtig an. Also kündigte ich, zog es sauber bis zum letzten Tag durch, übergab alles ordentlich. So, wie man es von mir kannte und welches Selbstverständnis ich von mir hatte.

Am Morgen nach meinem letzten Arbeitstag war etwas anders. Mein Kopf war klar — aber mein Körper machte nicht mehr das, was er sollte. Er funktionierte einfach nicht mehr. Was dann kam, war keine Pause und keine Erholung. Es war eine Sinnkrise, die mich über Wochen und Monate überrollt hat. Ich funktionierte noch irgendwie. Aber am Leben nahm ich nicht mehr wirklich teil.

Rückblickend war das einer der wichtigsten Momente meines Lebens. Zum ersten Mal ließ sich mit Willen nichts mehr erzwingen. Genau da begann mein eigener Weg.

Mein Kopf war klar — aber mein Körper machte nicht mehr das, was er sollte.
IV
Das meiste half mir nicht

Ich habe fast alles ausprobiert. Das meiste hat mich nur besser verstehen lassen.

Ich war kein Suchender, der bei null anfing. Ich hatte mich da schon über ein Jahrzehnt mit mir beschäftigt. Persönlichkeitsentwicklung war kein Fremdwort für mich. Und trotzdem drehte ich mich im Kreis. Was ich alles versucht habe:

  • Ich war in vielen verschiedenen Therapien — von Gesprächs- über Verhaltens- bis zur Hypnose Therapie.
  • Meditation, Achtsamkeitsmethoden und Atemarbeit — aber immer noch aus einer Haltung des Tuns heraus.
  • Seminare, Coachings, Persönlichkeitsentwicklung. Alles was du dir da vorstellen kannst, rauf und runter.
  • Selbst auf Tarot, Zeremonien, Heilsteine und Wahrsager habe ich mich eingelassen — die leise Hoffnung, irgendwo müsse doch etwas sein, das wirkt.

Das meiste davon hat mir überhaupt nicht geholfen. Ein paar Sachen davon halfen mir, mich besser zu verstehen. Zu wissen, woher etwas kommt. Aber Verstehen veränderte nichts. Ich begriff sogar, dass klassische Therapie mich vor allem wieder funktionsfähig machen wollte — zurück in den Alltag, zurück ins Funktionieren. Genau das war das Problem, nicht die Lösung. Und die Spiritualität, in die ich lange geflüchtet bin, führte mich immer nur in dieselben Schleifen zurück. Sie war nicht dafür gemacht, mich lebendig zu machen.

V
Was darunter lag

Nach zwölf Jahren habe ich den "Zoo" von außen gesehen.Und gesehen, worum mein ganzes Leben gebaut war.

Was ich dann sah, war unbequem. Mein People-Pleasing, meine Rolle als der, der immer versteht und rettet — all das war nicht einfach ein guter Charakterzug. Es war der verlängerte Arm meiner tiefsten Wunde. Sogar mein Weg ins Coaching war, ehrlich betrachtet, die vollendete Form meiner Bedürftigkeit: endlich gebraucht und dafür belohnt zu werden.

Das ist nicht schwarz-weiß zu verstehen. Dieselbe Wunde ist heute meine größte Superkraft. Aber ich musste erst sehen, wie viel Bedürftigkeit, wie viel Retter-Anteil, wie viel subtile Kontrolle in den schön erzählten Geschichten über mich selbst steckten. Mir so zu begegnen, war einer der schmerzhaftesten Prozesse meines Lebens — weil er meine ganze Identität erschüttert hat.

Ganz unten lag eine einzige illusionierte Wahrheit, um die herum ich alles gebaut hatte: Die Welt ist nicht sicher. Also muss ich mich schützen. Und diese Unsicherheit hat sich auf alles gelegt — auf meine Arbeit, meine Beziehungen, meine Sexualität.

Denn wenn ich der Welt aus Unsicherheit begegne — wie soll ich ihr dann je aus echtem Kontakt begegnen?
VI
Warum wir nicht mit unseren Gefühlen verbunden sind

Was mich wirklich verändert hat, passierte nicht im Kopf. Es passierte im Körper.

Irgendwann verstand ich, warum all das Verstehen nie gereicht hatte. Und das ich alle meine Gefühle immer nur mit dem Verstand begriffen habe. Was uns wirklich festhält, sitzt aber nicht in unseren Gedanken oder im Verstand. Es ist als Ladung und Spannung in unserem Nervensystem gespeichert, in den Faszien, im Körper. Verständnis zeigt dir, woher etwas kommt — aber es löst die Ladung nicht.

Getragen haben mich erst die Wege, die den Körper mitnehmen: emotions- und traumaorientierte Arbeit, die das Nervensystem einbezieht. Das geht nicht schnell. Bei kleineren Themen manchmal erstaunlich zügig — aber die tiefen Überlebensmuster sind so eng mit der Identität verwoben, dass ihre Lösung mühsam und lang ist.

Und es geht dabei nicht um Reparatur. Das ist keine Arbeit an Symptomen oder Störungsbildern. Ich glaube, dass Menschen wieder in echten Kontakt mit sich und der Welt kommen müssen — und dass sich viele Symptome dann von selbst erledigen können, weil der Organismus keine Notwendigkeit mehr hat, sie zu erzeugen. Genau deshalb bin ich weder Therapeut noch klassischer Coach.

VII
Es geht um Identität

Ich glaube nicht, dass du eine bessere Version von dir werden musst. Ich glaube, du darfst die Mauern wieder abtragen, die du für dein (Über-)Leben gebraucht hast.

Deshalb geht es mir nicht um Persönlichkeitsentwicklung. Niemand muss seine Persönlichkeit entwickeln. Das an sich ist bereits eine narzisstische Bewegung in die Selbstbeobachtung. Es geht um Identität — darum, die Schichten wieder abzutragen, die sich im Laufe eines Lebens auf uns gelegt haben, und zurückzukommen zu dem, was darunter immer schon da war.

Das ist echte Lebendigkeit. Echter Kontakt. Und es ist die Voraussetzung dafür, aus Sicherheit, aus Fülle, aus echter Liebe zu sich selbst in die Welt zu treten — statt abhängig zu sein von dem, was von außen kommt. Diese Abhängigkeit vom Außen war meine eigene tiefste Wunde. Sie loszulassen ist die längste Reise meines Lebens.

Ich glaube übrigens nicht, dass es dabei ums Glücklichsein geht. Glück ist nie dauerhaft. Es geht um inneren Frieden, der Akzeptanz dessen, was ist — und den kann man in sich selbst erzeugen, wenn man anfängt loszulassen, woran man krampfhaft anhaftet. Eine Reise die nie ganz aufhört.

Es geht nicht ums Glücklichsein. Es geht um darum 'Okay' zu sein, mit dem was ist und sich als Teil der Existenz betrachten zu können.
Was dahinter steckt

Hinter meiner Haltung steckt fundiertes Handwerk von den besten Lehrtrainern am europäischen Markt.

1.000+Stunden Begleitung
150+begleitete Menschen
seit 2021mit eigener Coaching-Praxis
Ausbildungen & Zertifizierungen
Ausbildung zum CTW HypnosetherapeutenUnter der Leitung von Oliver Ruppel mit über 35.000 Patienten in über 30 Jahren Praxis.
Neuro-Resonanz-Practitioner (NRP)Integrale Coaching-Ausbildung mit Elementen aus systemischen Strukturaufstellungen, Gestalttherapie, NLP und EMDR nach der Lehrphilosophie der Denys Scharnweber Akademie (DSA)
emTrace EmotionscoachNeurowissenschaftlich fundierte Ausbildung zum Emotionscoach (Level 1) nach dem Ausbildungskonzept der Dirk Eilert Akademie.
Systemisches CoachingAusbildung zum systemischen Coach am Institut für Bildungscoaching.
Life Coaching PractitionerZertifikat zum Life Coaching Practitioner bei Achology - Academy for modern applied Psychology
VIIIWarum ich dir das erzähle

Ich erzähle dir das nicht, damit du mich beeindruckend findest. Sondern weil du dich vielleicht in Teilen davon wiedererkennst.

Vielleicht kennst du dieses Funktionieren. Dieses Anpassen. Schleifen die du immer wieder drehst. Und du verstehst das alles, aber es ändert sich trotzdem nichts. Und darunter eine leise Unsicherheit unter einem Leben, das von außen gelungen wirkt.

Ich habe diesen Weg selbst gehen müssen, bevor ich ihn mit anderen gehen konnte. Genau daraus arbeite ich — nicht als Experte aus der Distanz, sondern als jemand, der weiß, wie sich beides anfühlt: die Rüstung und das, was darunter liegt.

Wenn dich das berührt, kann ein Ursachen-Analyse-Gespräch mit mir ein erster Schritt sein: einmal gemeinsam draufschauen, ohne Bewertung, ohne Diagnose.

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