So arbeite ich
Meine Haltung
Eigentlich ist alles okay. Und trotzdem stimmt etwas nicht.
Eine innere Leere, eine Unruhe, das Gefühl, neben sich zu stehen und das eigene Leben eher zu verwalten als zu leben. Meist wird das mit noch mehr Leistung beantwortet und wird dadurch nur größer. Je erfolgreicher jemand wird, desto klarer spürt er manchmal, dass der Erfolg genau dieses Gefühl nicht erreicht. Um zu erklären, wie ich arbeite, muss ich zuerst erklären, wie dieses Gefühl überhaupt entsteht.
Wie dieses Gefühl entsteht
Dieselbe Bewegung, die sich durch dein ganzes Leben zieht
Wir kommen als vollständige, neugierige, mit uns selbst und der Welt verbundene Wesen auf die Welt. In diesem freien und unschuldigen Kontakt zur Welt wollen wir Erfahrung machen, um die Welt zu verstehen und zu erkunden. Allerdings wird uns von Anfang an antrainiert, dass wir nicht wir selbst sein dürfen.
Wo es beginnt
Auch mit den besten Absichten sagen uns unsere Eltern, wer wir sind, wie wir zu sein haben, was an uns richtig und was falsch ist. Unsere eigenen Impulse werden überschrieben: „Du bist doch nicht wütend", „jetzt sei lieb", „stell dich nicht so an", „dafür haben wir jetzt keine Zeit." Für ein Kind ist das keine Erziehungsfrage. Es hängt existenziell an dieser Bindung, es kann nicht gehen, es kann nicht widersprechen. Also passt es sich an. Und es sucht sich einen Weg, Nähe zu sichern: lieb sein. Leisten. Rebellieren. Oder Sorge erzeugen. Welcher Weg funktioniert, bleibt als Struktur im Kind verankert.
Die Institutionen
Bis zur Einschulung ist dieses Grundmuster im Wesentlichen fertig. Was jetzt kommt, ist nicht dieselbe Verletzung noch einmal — es ist ihre Bestätigung im großen Maßstab. Institutionen belohnen präzise das, was wir schon gelernt haben. Die Aufmerksamkeit wird von Stundenplan und Lehrplan gelenkt. Unsere eigene Deutung wird bewertet, benotet, korrigiert. Und die Bewegung, die im Elternhaus begann, wird zur Methode: Der Impuls kommt nicht mehr von innen und wird an der Welt geprüft — er wird draußen gesucht. Was wir selbst wahrnehmen, tritt in den Hintergrund.
Und später im Beruf
Und dann finden wir dieselben Strukturen im Beruf wieder. Aber wir stolpern nicht hinein. Wir suchen sie. Wer als Kind gelernt hat, dass er für Liebe und Anerkennung etwas tun muss, landet nicht zufällig in einer Leistungskultur. Er wählt sie. Und er ist gut darin. Genau das macht es so schwer zu sehen: Die Strategie funktioniert. Sie bringt Geld, Titel, Verantwortung, Anerkennung. Wir sind jemand über unsere Position, unsere Zahlen, unser Ergebnis — aber immer seltener einfach wir selbst.
„Irgendwas stimmt nicht“
Am Ende dieser Bewegung haben wir zwei Dinge abgegeben, die uns gehören: die Lenkung der eigenen Aufmerksamkeit und die Deutung dessen, was wir erleben. Was als Schutz begann, wird nicht zu einer Gewohnheit. Es wird zu einer Haltung — zu der Position, aus der heraus wir überhaupt auf die Welt schauen. Deshalb führen Veränderungen im Verhalten oder in den Verhältnissen auch nicht zur Lösung: anderer Job, anderer Partner, besseres System. Solange die Haltung unverändert bleibt, wird auch die zugrundeliegende Struktur bleiben. Irgendwann leben wir dauerhaft in der Rolle, die wir mit uns selbst verwechseln, und beobachten uns dabei von außen. Auch das ist Schutz: Wer neben sich steht, spürt weniger. Genau deshalb kann von außen alles in Ordnung aussehen und sich trotzdem ein Gefühl von Leere und Unzufriedenheit über das Leben legen. Die Folge des Kontaktverlusts mit sich selbst und der Welt. Und dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt? Das ist nicht der Defekt. Das ist das Lebendigste, was gerade in dir ist — der Teil, der sich nicht daran gewöhnt hat.
Ein anderer Ausgangspunkt
Warum ich woanders ansetze
Viele suchen dann Unterstützung mit dem Gedanken: „Ich hole mir eine Technik, und danach geht es mir besser.“ Doch sich nach außen zu richten und die Lösung von jemand anderem zu erwarten, ist die gleiche 'Unterwerfungsstrategie', die schon in der Kindheit gelernt wurde. Im Gegenteil sollte eine Begleitung dazu gedacht sein, sich selbst zu ermächtigen und seine Selbstverantwortung wieder zu übernehmen.
Klassisches Coaching
arbeitet häufig am Verhalten: an Zielen, an Strategien, am „besser werden“. Ändert sich die Haltung nicht, kehren alte Muster in neuer Form zurück.
Psychotherapie
arbeitet oft am Inhalt: an der Geschichte, an ihrer Deutung. Das hat seinen Wert und seinen Ort — doch das Gedeutet-Werden von außen entfernt viele nur noch weiter von sich selbst.
Mein Ansatz
Keine Arbeit an Verhalten oder Inhalt.
Ich arbeite mit dir an der inneren Haltung, aus der alles entsteht — und helfe dir dadurch die Deutung deines eigenen Erlebens zurückzuerlangen.
Was das für dich bedeutet
Begleiter — nicht Behandler
Keine fertige Lösung. Ich gebe dir keine Technik, die ich auf dich anwende, damit du danach „funktionierst“. Ich gehe davon aus, dass du im Kern bereits vollständig bist — die Antwort liegt nicht bei mir, sondern in dir.
Struktur statt Inhalt. Ich arbeite nicht an deinen Geschichten und nicht daran, dein Verhalten zu optimieren, sondern an den Strukturen, mit denen du wahrnimmst und dich selbst siehst — auf Augenhöhe, ohne dein Leben für dich zu deuten.
Aufmerksamkeit nach innen. Wir richten deine Aufmerksamkeit nach innen: in deine Vorstellung, deine inneren Bilder, dorthin, wo dieses Erleben entsteht. Du bist dabei durchgehend wach und klar.
Zugang statt Eingabe. Es geht nicht darum, dir etwas einzugeben, sondern dir den Zugang zu dir selbst wieder zu öffnen.
Meine Haltung
Ich glaube nicht, dass der Mensch ein Mangelwesen ist, das man dauerhaft nachbessern muss.
Ich glaube, dass wir im Kern in Ordnung sind und dass dieses Gefühl der Fremdheit dort entsteht, wo wir den Kontakt zu uns selbst und zur Welt verloren haben. Was sich als Belastung zeigt, ist kein Feind, den man beseitigen muss, sondern ein Hinweis: Etwas Lebendiges in dir meldet sich. Diesem Hinweis gehen wir nach, statt ihn zu übertönen.
Nicht reibungsloser funktionieren. Wieder du selbst sein.
Deinen eigenen Impulsen zu trauen, aus dir heraus zu entscheiden und in echtem Kontakt zu stehen. Diese Art von Veränderung entsteht nicht durch ein Werkzeug, das man dir gibt, sondern in einer echten Begegnung.
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